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Sonntag, 21. April 2019

[60 Jahre Hessische Kantorei]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

60 Jahre Hessische Kantorei

Für die Gemeinden, mit den Gemeinden

von Cordula Scobel, aus: Musik und Kirche 3/2008

Seite 2

Im Vokalschaffen des Frankfurter Komponisten Kurt Hessenberg sah Reich die ideale Verbindung von neuer Klanglichkeit und Sangbarkeit bei gleichzeitig sehr enger und zeitgemäßer Wort-Ton-Beziehung. Mit der Hessischen Kantorei, in der auch Lehrer und Studenten der von Reich gegründeten Frankfurter Kirchenmusikschule und der Staatlichen Musikhochschule sangen, stand hierfür ein leistungsfähiges Ensemble zur Verfügung. Viele Auftragswerke entstanden, es gab zahlreiche Uraufführungen, so z. B. die Hessenberg-Motetten Allein zu dir, Herr Jesu Christ 1958 und Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist 1971. Daneben standen Werke von Raphael, Distler, Reda, David und Wenzel. 1966 erarbeitete der Chor das Psalmenkonzert von Heinz-Werner Zimmermann. 1974 folgte die Uraufführung des Auftragswerkes Siehe, ich bin bei euch alle Tage von Wolfgang Wiemer.

1986 starb Philipp Reich. Auf Anfrage des Chores übernahm seine Frau, Christa Reich, die Leitung. Die anfänglichen Zweifel, ob der Chor unter den veränderten institutionellen und organisatorischen Rahmenbedingungen weiter bestehen kann, waren bald zerstreut. Es gelang, die Arbeit auch als freier Chor fortzusetzen. Christa Reich, Kirchenmusikerin, Theologin und heute Honorarprofessorin für Kirchenmusik und Hymnologie an der Universität Mainz, knüpfte inhaltlich an die Arbeit ihres Mannes an. Auch für sie ist Arbeit am Text, am verstehenden Singen, ein wichtiger Aspekt ihrer musikalischen Arbeit. Da der Chor viele der in den Abendmusiken gesungenen Werke schon gut kennt, kann sie in den relativ kurzen Samstagsproben sehr detailliert auf der Ebene der intensiven Arbeit am vertonten Wort ansetzen. Nach wie vor besucht die Hessische Kantorei jährlich etwa zehn Gemeinden und unternimmt Fahrten ins Ausland. In Zeiten zunehmender Projektarbeit beeindruckt die so auf Kontinuität basierende Arbeit dieses Chores, dessen Besetzung, auch in den Männerstimmen, erstaunlich stabil und altersmäßig vergleichsweise gut gemischt ist.

In den letzten 20 Jahren erweiterte sich das Repertoire ? die Werke Hessenbergs traten zunächst in den Hintergrund, Komponisten wie Brahms, Reger, Rheinberger, Duruflé, Britten, Nystedt und Pärt wurden entdeckt. Auch neue Lieder werden verstärkt in den Blick und gemeinsam mit den Gemeinden ?in den Mund? genommen. 1998 gab es eine Aufführung von Hans Darmstadts Terribilis est unter Leitung des Komponisten.

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