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Samstag, 16. Oktober 2021

[Poppers Ohio in Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett in Rüdesheim am Rhein]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

Poppers Ohio in Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett in Rüdesheim am Rhein

Das Poppers Ohio, wieder komplett in seiner alten Pracht

von Jens Wendel, aus: Das Mechanische Musikinstrument Nr.100

Seite 2

Auch für das Ohio bot sich nun die Chance, eine längst fällige komplette Restaurierung auszuführen, um das ganze Potenzial, welches in diesem Jazzband-Orchestrion steckt, wieder verfügbar und hörbar zu machen.
Weil unsere Werkstätten damals voll ausgelastet waren, konnte zunächst nur eine erste Reinigung und Bestandssicherung durchgeführt werden. Es sollte weitere fast 10 Jahre dauern, bis wir mit der eigentlichen Restauration beginnen konnten. Bei den dann folgenden Arbeiten wurde versucht, den Originalzustand wieder herzustellen. Da auf Grund des Wasserschadens eine „Patina“ oder originale farbliche Fassung nicht mehr vorhanden war, wurde das Gehäuse komplett abgebeizt. Fehlende oder fehlerhafte Holz- und Furnierteile wurden ausgebessert und wo nötig ersetzt oder erneuert. Bei dieser Gelegenheit rekonstruierten wir auch die fehlenden Seitenschränke und die fehlenden Verzierungen auf dem Kopfteil.

Alles in allem eine mühsame und zeitraubende aber unverzichtbare Arbeit. Nach scheinbar endloser Schleiferei wurden die neuen Holzteile farblich an die Originalteile angepasst und das komplette Gehäuse inklusive der Seitenschränke gebeizt und lackiert.

Das Klavier schickten wir zu unserer bewährten Klavierbaufirma, wo die Raste einen neuen Stimmstock und einen neuen Resonanzboden erhielt. Der Gussrahmen wurde neu lackiert und die Raste bekam neue Stimmnägel und neue Saiten in Originalmensur.

Die Klaviermechanik wurde in unserer Werkstatt komplett überholt, erhielt neue Hämmer, neue Dämpfer und wurde komplett neu „gesetzt“ und reguliert. Alles in allem erhielten wir so wieder ein Klavier in der Qualität, in der es auch die Firma Popper in ihrer Zeit ausgeliefert hat.

Das Gebläse, ein typisches Poppers-Kombigebläse für Saug- und Druckluft, hatte sich durch das Wasser teilweise schon selbst „abgezogen“ und wurde nun komplett vom Leder und Gummituch befreit und gesäubert. Als ein Problem erwies sich hierbei die bei der „Renovierung“ in den späten 70er Jahren verwendete Klebefolie im Holzdesign (DC-fix) welche sich hartnäckig einer restlosen Entfernung verweigerte.

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