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Montag, 4. Juli 2022

Kurt Witterstätter

Erster Spielplan von Eva Kleinitz im Elsass

Operndynamik der Frauen

Kurt Witterstätter am 27.04.2017 um 09:22 Uhr


Die neue Opern-Intendantin der Rheinoper Eva Kleinitz (44) stellte jetzt in der Aubette in Straßburg ihren ersten Spielplan für die „Opéra National du Rhin“ vor: Da gibt es vom Klassiker Mozarts „Figaro“ über die Romantik mit Massenets „Werther“ und Tschaikowskys „Eugen Onegin“ auch moderne Erstaufführungen vom Franzosen Philippe Manoury und dem Japaner Toshiro Mayuzumi sowie einen Schönberg-Weill-Abend. Ähnlich „diversifiziert“ will Kleinitz, die bis zum Ende dieser Spielzeit noch in Stuttgart als Operndirektorin und stellvertretende Intendantin amtiert, auch ihre nächsten Spielzeiten im Elsass gestalten.

Die Oper soll sich mit pädagogischer Arbeit an alle richten: Die alten Opernfans erfreuen, aber auch ein neues Publikum anziehen. Dazu sollen ihre Spielpläne möglichst vielfältig werden vom Barock über die Meisterwerke von Klassik und Romantik bis zu Ur- und Erstaufführungen. Neue Komponisten sollen dank Kleinitz Dynamik auslösen. Allein die Qualität zählt für die neue Intendantin. Besonders Frauen will sie auch in Regie und Orchesterleitung einsetzen.

So wird den „Werther“ Massenets im Februar eine Frau leiten: Die bei Leopold Hager ausgebildete Ariane Mathiak; als Regisseurin kommt die von Ruth Berghaus geförderte Tajana Gürbaca ins Elsass. Die tragische Liebesoper „Francesca da Rimini“ des Nach-Wagnerianers Riccardo Zandonai mit Giuliano Carella am Pult inszeniert im Dezember die aufstrebende Nachwuchs-Regisseurin Nicola Raab. Und für die „Mouton“-Produktion um das Schaf stellt Sophie Kassies für Januar das Musik-Bukett aus Purcell, Monteverdi und Händel zusammen.

Ihre erste Spielzeit beginnt die internatioal gut vernetzte Eva Kleinitz beim Musica-Festival im September mit Philippe Manourys Fukushima-Oper „Kein Licht“ nach Elfriede Jellinek. Die Produktion von Nicolas Stemann kommt von der Ruhrtriennale und geht auch noch nach Luxemburg und Zagreb. Die andere Opern-Neuigkeit ist Toshiro Mayuzumis „Goldener Pavillon“ nach einem Yukio-Mishima-Roman, der für die Deutsche Oper Berlin eingerichtet wurde.

Chaplin-Ballett

Mit Eva Kleinitz stellte der Straßburger Kulturdezernent Alain Fontanel auch den neuen Leiter des Rheinopern-Balletts Mülhausen Bruno Bouché vor, der als Charakter-Tänzer am Pariser Opernballett dort auch bereits mehrfach choreographierte. Bouché plant einen Charlie-Chaplin-Abend, ein Programm mit den etablierten Choreographen Forsythe, Kylian und Scholz sowie eine Folge mit Tanzschöpfungen aus Israel.

Fontanel unterstrich seinen Wunsch, die Rheinoper möge sich weiterhin wie schon mit ihrem seitherigen, nun dankbar verabschiedeten Leiter Marc Clémeur Europa öffnen. Denn Europa sei Teil der Lösung und Quelle der Erneuerung. Fontanel sah den Gewinn von Eva Kleinitz zum Zeitpunkt der Strassburger Tram-Verlängerung nach Kehl als besonders glückliches Zeichen.


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