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Montag, 4. Juli 2022

Kurt Witterstätter

76. Strasbourg-Festival um die Hälfte abgespeckt

Gestutzte Flügel

Kurt Witterstätter am 18.04.2014 um 13:38 Uhr


Gestutzte Flügel 76. Strasbourg-Festival um die Hälfte abgespeckt Die Flügel für seine musikhistorischen Höhenflüge hat sich das Straßburger Juni-Musikfestival bei seinem Neustart 2014 gewaltig stutzen lassen müssen: Über die Hälfte der im Herbst 2013 von Directeur Philippe Olivier geplanten geplanten Veranstaltungen hat der neue Präsident der Straßburger Festspiel-Gesellschaft der Musikfreunde SAMS jetzt gestrichen. 33 Angebote binnen einer guten Woche nach der ursprünglichen Planung wären auch kaum zu füllen gewesen. Der Vorverkauf wurde zweimal verschoben: Vom 4. November 2013 auf den 4. März 2014 und nun auf April 2014. Eine ganze Reihe hochkarätiger Künstler, die sich die angedachten Termine frei gehalten hatten – wie das WDR-Sinfonieorchester unter Dirigent Andris Nelsons – musste wieder ausgeladen werden. Auch die geplante Kooperation mit dem Würth-Museum Erstein fiel den Strichen zum Opfer. Etwas gerupft kann das 76. Festival de Musique de Strasbourg jetzt seine Gedenkkonzerte für den Jahresjubilaren Richard Strauss und den Ersten Weltkrieg anbieten. Auch der Einbezug der aus der Zeit der Zugehörigkeit Straßburgs zum Deutschen Kaiserreich stammenden Gebäude wie der Pauls-Garnisonskirche, des katholischen Jung-Sankt-Peter und des Rheinpalais als passendem Ambiente wurde aufgegeben. So gern erinnert man sich in Straßburg ohnehin nicht dieser deutsch dominierten Reichslandzeit. Außerdem gibt es in diesem „Quartier allemand“ beidseits der Avenue des Vosges für Konzertbesucher kaum Parkraum. So findet das Strauss-Konzert der Dresdner Philharmonie unter Rafael Frühbeck de Burgos am 9. Juni statt in Jung-Sankt-Peter in Straßburgs Musikpalais von 1975 statt. Dort spielt am 10. Juni auch Krystian Zimerman Beethovens drei letzte Beethoven-Klaviersonaten. Das Chorkonzert John Eliot Gardiners mit Bach, Händel und Rameau bleibt am 11. Juni im Straßburger Münster vorgesehen. Das Konzert mit drei Chören im Berlioz-Requiem am 15. Juni auf dem Münster-Vorplatz wird dagegen gestrichen. An seiner Stelle dirigiert Marko Letonja am 15. Juni zum Festival-Finale Lisztes Faust-Symphonie. Somit kann das Straßburger Festival nun unter neuer Leitung stark abgespeckt in seine erste neue Runde gehen. Die ausgeladenen Künstler werdens verschmerzen. Baden-Badens Pfingstfestspiele haben noch weniger Konkurrenz.
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