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Montag, 4. Juli 2022

Kurt Witterstätter

Marko Letonja folgt in Straßburg Marc Albrecht

Wieder ein Wellenreiter

Kurt Witterstätter am 15.10.2010 um 07:59 Uhr


Wieder ein Wellenreiter

 
Marko Letonja folgt in Straßburg auf Marc Albrecht
 
Eins haben die aufeinander folgenden Straßburger Musikchefs Marc Albrecht (46, bis 2011) und Marko Letonja (49, ab 2012) schon einmal gemeinsam: Sie sind beide Freizeit-Segler. Während der Hannoveraner Albrecht 2006 vor Antritt seines Chefpostens bei den Straßburger Philharmonikern nochmals eine Auszeit zum Wellenreiten in Neuseeland nahm, reduziert sein ihm mit der Konzertsaison 2012/13 in Straßburg folgender slowenischer Dirigentenkollege Marko Letonja jetzt seine ausgedehnten Dirigierverpflichtungen in Australien und Neuseeland, die ihm auch viele Möglichkeiten zum Segeln boten.
 
„Ich strebe wieder einen festen Platz in Europa an“, sagte der bei Otmar Suitner in Wien zum Dirigenten ausgebildete Letonja kürzlich in einem Interview, auf seine Aktivitäten im fünften Kontinent angesprochen. Diesen Ankerplatz findet Letonja nun ab Herbst 2012 beim „Orchestre Philharmonique de Strasbourg“. Denn Marc Albrecht wechselt von dort zu Ende der jetzigen Saison 2010/11 als Leiter der Oper nach Amsterdam. Die Straßburger Philharmoniker werden ihre Konzertsaison 2011/12 nach Albrechts Abschied im Sommer 2011 und vor Letonjas Antritt im Herbst 2012 mit Gastdirigenten überbrücken müssen.
 
Der 1961 in Ljubljana/Laibach in Slowenien geborene Letonja studierte vor seiner Meisterschülerschaft bei Suitner in Wien in seiner Heimatstadt bei Anton Nanut Klavier und Dirigieren. Von 1991 bis 2003 leitete Letonja in seiner Geburtsstadt die Slowenische Philharmonie. Zwischen 2003 und 2006 amtierte der 49jährige als Leiter des Sinfonieorchesters Basel und der Oper von Basel. Dadurch wurde er auch in der südwestdeutschen Region bekannt und kam als Gastdirigent mehrfach nach Straßburg.
 
An der Straßburger Rheinoper („Opéra National du Rhin“) ist er hauptsächlicher Dirigent des derzeitigen Wagnerschen „Ring“ (2008 „Walküre“ und 2011 „Götterdämmerung“; „Rheingold“ und Siegfried“ dirigierten wegen Letonjas internationaler Verpflichtungen andere: Günther Neuhold bzw. Claus Peter Flor). Konzerte der Straßburger Philharmoniker im Musikpalais leitete Letonja 2006 und 2008. Die gute Atmosphäre zwischen Orchester und ihm dürfte den Ausschlag dafür gegeben haben, dass die Verantwortlichen Letonja nun die Albrecht-Nachfolge antragen.
 
Letonja, dessen Musizierstil als von lyrischer Ausdrucksfähigkeit wie von dramatisch-durchsichtiger Impulsivität gelobt wird, hat sich als Gastdirigent einen Ruf von Stockholm über Hamburg, München, Wien, Neapel und Mexiko bis nach Australien erworben. Dort ist er seit 2008 Erster Gastdirigent des Victoria-Orchestra Melbourne und absolvierte eine Tournee mit dem Auckland Philharmonia Orchestra. Opernerfahrungen , die der Slowene noch vertiefen möchte (Interview: „Ich lerne immer noch dazu. Ich dirigiere jetzt meine erste ‚Bohème’ in Maribor“), sammelte er außer in Basel und an der Oper von Melbourne aber bereits an so renommierten Häusern wie der Mailänder Scala, der Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, der Wiener und der Münchner Staatsoper, der Genfer und der Römischen Oper sowie am Teatro San Carlos Lissabon. Ein besondere Tat Letonjas ist die Aufnahme der fünf Sinfonien des Mahler-Nachfolgers Felix Weingartner mit dem Basler Sinfonieorchester auf CD.                                         
 
 
 

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