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Dienstag, 16. Oktober 2018

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Appenzeller Bachtage im Portrait

Appenzeller Bachtage

15. August - 19. August 2018

Im Appenzellerland, bekannt für Hügel und Berge, Käse und Most, eigenwillige und sangesfreudige Einwohner, finden seit nunmehr zehn Jahren allmonatlich musikalische Anlässe der speziellen Art statt: die Kantatenkonzerte der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen. Die spätbarocken bis klassizistischen Bauten von Trogen, vor 250 Jahren von der ebenfalls sehr eigenwilligen Händlerfamilie Zellweger auf die Alm gepflanzt, bieten den genau richtigen Rahmen für die Aufführung des gesamten Vokalwerks des Thomaskantors. «Es ist, als würde man jedes Mal ein wenig den Weg empor nach Jerusalem antreten», so eine der regelmässigen Konzertbesucherinnen. Ja, es stimmt: der Weg hinauf in die Appenzeller Hügellandschaft, heraus aus dem Brummen der grauen Städte, hinein in eine unvergleichliche Vielfalt naturgegebener und architektonischer Eindrücke, dem Himmel ein ganz kleines Stück näher – das alles gehört auch zur Inszenierung des grossen Schweizer Bachprojekts.

Seit 2014 bereichert die für ihre monatlichen Kantatenkonzerte in Trogen bekannte J. S. Bach-Stiftung ihr Angebot um die Appenzeller Bachtage. Angesichts einer immer grösseren Schar von immer weiter her anreisenden Konzertbesuchern drängte es sich fast auf, alle zwei Jahre zum Verweilen im Appenzellerland einzuladen. Rund um die Aufführung einer gewichtigen Bachkantate soll in lockerer, aber durchaus auch stringenter Abfolge auf das kompositorische Schaffen des Thomaskantors hingeführt und sollen Perspektiven darüber hinaus eröffnet werden. Die reizvolle und gastliche Umgebung darf bewusst zum Wohlgefühl der Gäste beitragen; im Zentrum steht jedoch klar das Inhaltliche. Deshalb wird auch diesmal ein thematischer Schwerpunkt gewählt. 2016 kreisen Konzerte, Vorträge und andere Darbietungen um das Phänomen des Chorals. Er nimmt in Bachs Vokalwerk eine zentrale Stellung ein und war, als die Kirchenbesucher noch singen konnten, das Bindeglied zwischen dem religiösen und musikalischen Allgemeingut und der denkbar höchsten Kunstmusik. Diese Voraussetzungen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Umso wichtiger ist es, in der heutigen Aufführungspraxis dem Choral als Bestimmungselement von Bachs Kompositionen gerecht zu werden.

Was erwartet die Besucher aus fern und nah? Zum Beispiel ein glanzvolles Eröffnungskonzert in der Kathedrale St. Gallen, in welchem die Basler Madrigalisten eine Brücke schlagen zwischen der Gregorianik des St. Galler Mönches Notker und den reformatorischen Gesängen Luthers. Die Reformation als Wegmarke in einem übergeordneten Kontinuum – dies unser kleiner Beitrag zum nächstjährigen Reformationsjubiläum. Oder zum Beispiel die Aufführung der Choralkantate «Ein feste Burg ist unser Gott» BWV 80. Sie handelt den Eckstein aller protestantischen Choräle ab; ein weiterer Beitrag zum Thema Reformation. Oder zum Beispiel das grosse Orgelkonzert in der Dorfkirche von Gais, wo sich gesungener Choral und instrumentale Musik die Hand geben werden. Oder zum Beispiel die Bach-Nacht ChorALL, bei der sich moderne Formationen an Bach messen. Dies alles und noch sehr vieles mehr. Wir freuen uns sehr auf die Begegnungen im August, auf spannende Darbietungen und unvergessliche Konzerterlebnisse. Die Appenzeller Bachtage sind kein Festival im Monologformat Künstler-Publikum, sondern durch und durch ein gewollter Dialog.

Ausgewählte Höhepunkte aus dem Programm:

- Eröffnung: ‹Von Notker zu Luther zu Bach›, Mittwoch, 17. August 2016: Von Notker zu Luther zu Bach: Die prachtvolle Kathedrale von St. Gallen bildet den stimmungsvollen Rahmen für den Brückenschlag vom Mittelalter über die Reformation zur Neuzeit, dargeboten von den Basler Madrigalisten.

- ‹Bach bewegt›, Donnerstag, 18. August 2016, und Samstag, 20. August 2016: Bach hat die Menschen seit jeher bewegt. Der herausragende Tanzpädagoge Royston Maldoom überträgt J. S. Bachs Musik mit Jugendlichen der Bildungsinstitution SBW Haus des Lernens im wörtlichsten Sinne in Bewegung, nämlich in ein spannendes Tanzprojekt.

- Konzertwanderung ‹Über den Bach›, Freitag, 19. August 2016: Gedeckte ‹Hüslibruggen›, wo Sitter und Wattbach zusammenfliessen, bieten erstmals Raum für ein neues, unkonventionelles Musikerlebnis. Die Holzbrücken bilden die Bühne für die Konzertwanderung ‹Über den Bach› mit der St.Galler Knabenmusik.

- Kantatenkonzert BWV 80, Freitag, 19. August 2016: ‹Ein feste Burg ist unser Gott›. Werkeinführung mit Karl Graf und Rudolf Lutz. Kantatenkonzert und Reflexion mit Dorothee Mields, Sopran; Terry Wey, Altus; Bernhard Berchtold, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung; Rudolf Lutz, Leitung. Reflexion: Johannes Anderegg

- Bach-Nacht ‹ChorALL›, Samstag, 20. August 2016: Eine Bach’sche Mélange aus Chor(al)musik und ein Get-together in ungezwungener Atmosphäre bildet den Abschluss. Mit Männerstimmen Basel, The Glue, Klezmerband ‹Dance of Joy›, Royston Maldoom mit Jugendlichen der Bildungsinstitution SBW Haus des Lernens.

Tickets und weitere Informationen: www.bachtage.ch

(Selbstdarstellung Appenzeller Bachtage)


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