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Montag, 22. Januar 2018

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Musikfestival Heidelberger Frühling im Portrait

Musikfestival Heidelberger Frühling

17. März - 21. April 2018

2017 hat der Heidelberger Frühling mit dem Leitgedanken »In der Fremde« eine Festival-Trilogie über Kerngedanken der Aufklärung begonnen: Wie gehen wir mit dem Anderen um, wie leben wir Toleranz gegenüber dem anders Lebenden, anders Denkenden, uns Fremden? 2018 wendet das Festival den Blick auf uns selbst: Was macht uns aus? Das ist keine leichte Frage. Wir sind Deutsche, Europäer, Teilhaber der westlichen Kultur – kurzum: Wir sind Kinder der Aufklärung. Wir teilen Werte, die die der Aufklärung sind: Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Menschenrechte. Und doch kann uns bereits der Nachbar fremd sein. Das hat mit unseren familiären und regionalen Prägungen zu tun, die uns unterscheiden von Mitmenschen mit anderen Prägungen. Eigen-artig sind wir. Der Leitgedanke 2018 »Eigen-Arten« besagt deshalb zweierlei: Einerseits ist es die Aufklärung, deren zivilisatorische Ideale uns ausmachen und die, von Frankreich und England ausgehend, zuerst in Nordamerika durch die Erklärung der Menschenrechte und die Verfassung wirkmächtig wurde, bevor sie nach Europa zurückkehrte und durch die Französische Revolution den ganzen Kontinent zu prägen begann. Zugleich gibt es das Individuellere, Subjektivere, Privatere, weniger dem Verstand als dem Gefühl zugehörige Eigene, das die westlichen Werte mit ihrem universalen Anspruch ergänzt: Ersteres verschafft Freiheit; Letzteres verschafft Geborgenheit, und beide Eigen-Arten gemeinsam konstituieren unsere Identität. Die beiden Binnenfestivals des Heidelberger Frühling – „Standpunkte“ und „Neuland.Lied“ - thematisieren deshalb diese Eigen-Arten komplementär: Igor Levits „Standpunkte“ widmen sich der Musik der USA als dem Land, das in den letzten hundert Jahren wie kein anderes die westliche Kultur mit ihren aufgeklärten Wertvorstellungen geprägt hat. Der emphatische Begriff der Freiheit, für den die USA stehen, ist nicht zuletzt für die Musik fruchtbar geworden, und zwar im lebhaften Austausch zwischen Europa und Amerika einerseits und mit asiatischen und afrikanischen Musikkulturen andererseits. „Neuland.Lied“ hingegen thematisiert das Individuellere, Subjektivere, Privatere, weniger dem Verstand als dem Gefühl zugehörige Eigene, indem es Robert Schumanns große Zyklen seines Liederjahres 1840 in den Mittelpunkt stellt. Das ist kein Zufall: Denn die deutsche, auf Innerlichkeit zielende Romantik, die von so vielen Frankreich-Bewunderern bevölkert wurde, ist kaum denkbar ohne die Enttäuschung über eine Französische Revolution, die ihre aufklärerischen Ideale verraten hatte. Aufklärung und Romantik, Verstand und Gefühl, Zivilisation und Kultur – beides macht uns aus. Das Eine ohne das Andere führt, wie die Geschichte brutal gezeigt hat, (man denke nur an die makabre Erfolgsgeschichte der Guillotine in der Französischen Revolution und die perverse Usurpierung des Romantischen durch die nationalsozialistische Propaganda) in die Barbarei. Der Heidelberger Frühling will 2018 unsere beiden Eigen- Arten deshalb emphatisch zusammendenken.

(Selbstdarstellung Musikfestival Heidelberger Frühling)


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