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Sonntag, 15. Juli 2018

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Richard Wagner Festival Wels im Portrait

Richard Wagner Festival Wels

17. Mai - 24. Mai 2015

Es begann mit einer leeren Nische in einem kleinen Theater. 15 Jahre später wandeln Menschen aus aller Welt an ihr vorbei. Das Richard Wagner Festival Wels ist heute ein zunehmend beliebter Treffpunkt der Wagnerianer. Es sind zwei Gründe, warum die Zuschauer einmal im Jahr anreisen: Die Welser Aufführungen werden geprägt von ihrem hohen musikalischen Anspruch und einer szenischen Umsetzung, die in bewusster Gegenposition zum Regietheater Wagners Werke ohne ausgefallene Konzeption möglichst textnah visualisiert. Man kann nicht auf der Bühne zeigen, was im Stück nicht vorkommt, sagt Intendantin Renate Doppler.
Zurück zu den Anfängen: 1983 hatte die Familie Just-Doppler das Welser Hotel Greif mit dem dazugehörigen Theater erworben. Sie renovierte das Kleinod und brachte die Bühne auf modernsten Stand. Eines Tages fiel Walter Just, Trodat-Firmengründer und Wagner-Enthusiast, jene leere Nische auf: Kein Zweifel, dass dieser besondere Platz für eine Büste Richard Wagners geschaffen war. Mein Vater war immer schon ein großer Kenner und Liebhaber von Wagners Musik, erzählt Renate Doppler. Die Büste wurde mit einem Wagner-Konzert gefeiert, das ein Riesenerfolg und die Initialzündung für das Kommende war. Kein Mensch hätte sich damals träumen lassen, dass das ein internationaler Erfolg werden könnte.
In Wels, wo Hans Sachs, die zentrale Figur aus "Die Meistersinger von Nürnberg", einige Jahre verbrachte, entwickelte sich das Wagner-Projekt systematisch und mit viel Liebe. Nach dem Eröffnungskonzert 1989 in Anwesenheit von Bayreuth-Chef Wolfgang Wagner beschloss man, jährlich eine Gala zu veranstalten. Die glanzvollen Feste wurden von Gesangstars wie Theo Adam, Lisbeth Balslev, Simon Estes, Reiner Goldberg, Sabine Hass, Janis Martin, Uta Priew, Hans Sotin, Bernd Weikl, Heinz Zednik und vielen anderen getragen.
Der prominente Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen ermunterte schließlich zu szenischen Aufführungen, und so ging 1995 mit beispiellosem Erfolg "Tristan und Isolde" über die Bühne. Der Publikumsansturm war so groß, dass die Produktion in den zwei Folgejahren wiederholt wurde. Es folgten "Die Walküre", "Siegfried", "Parsifal" und "Der fliegende Holländer".
Das Richard Wagner Festival Wels wird größtenteils privat finanziert und belebt wirtschaftlich die ganze Region. Ein Drittel des Publikums kommt mittlerweile aus dem Ausland. Der personelle Aufwand für die Organisation ist minimal und Ergebnis echter Frauenpower: Intendantin Renate Doppler kümmert sich nicht nur um Spielplan und Besetzung, sondern auch um Betriebsbüro, Werbung usw. Genauso wie das Publikum lieben die prominenten Sänger dieses kleine, feine Festival.

(Selbstdarstellung Richard Wagner Festival Wels)


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