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Sonntag, 7. Februar 2016

Giovanni Bottesini

Giovanni Bottesini im Portrait

Biografie


Wie kommt man dazu, Kontrabass zu lernen? Im Falle des 1821 in Crema geborenen Giovanni Bottesini war das eher ein Zufall: Früh hatte der aus einer überaus musikalischen Familie stammende Giovanni bei dem Priester Carlo Cogliati Viola und Geige gelernt. Als 1835 dann zwei freie Stellen für Fagott und Kontrabass am Mailänder Konservatorium ausgeschrieben wurden, bewarb sich der auf den Saiten geübte 14-Jährige natürlich für den Kontrabass. Er erhielt die Stelle, durfte seine Schule frühzeitig verlassen und wurde zudem noch mit einem Stipendium bedacht. Das Geld nutzte er, um sich einen Kontrabass von Carlo Antonio Testore aus dem Jahre 1716 zu kaufen. Mit diesem Instrument konzertierte er in der ganzen Welt. Sogar nach Havanna verschlug es ihn 1846, wo er am Teatro Imperial als Solo-Kontrabassist wirkte. Dort schrieb er auch - von der ‚Neuen Welt' inspiriert - seine erste Oper ‚Cristoforo Colombo' (1847). In Kuba legte er zudem Grundstein für seine Karriere als gefeierter Solist, Dirigent und Komponist. Er bereiste die USA und ganz Europa. 1853 erhielt er die ehrenvolle Aufgabe, das Konservatorium in Mexiko zu gründen, und zwei Jahre später wurde er Dirigent des Theatre-Italien in Paris. Bei der Weltausstellung 1855 teilte er sich die Leitung des Orchesters mit Hector Berlioz. 1871 dirigierte Bottesini die Uraufführung von Verdis ‚Aida' in Kairo und wurde 1888 auf Empfehlung des berühmten Komponisten Konservatoriumsdirektor in Parma. Wenige Monate später - am 7. Juli 1889 - starb Bottesini. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Parma; direkt neben dem seines großen Vorbilds Niccolo Paganini.

Unter seinen Kompositionen, die ganz dem Geschmack der Zeit verhaftet sind und - gerade was die Opern betrifft - Donizetti und Bellini folgen, finden sich mehrere Sinfonien, Streichquartette- und Quintette, ein Oratorium, ein Requiem und natürlich Kammermusik und Konzerte für den Kontrabass. Durch sein enormes Talent war es ihm möglich, für spieltechnischen Möglichkeiten seines Instrumentes neue Maßstäbe zu setzen.



"Ich weiß - mein Herr - dass ich falsch gespielt habe. Aber wenn ich erstmal gelernt habe, wohin ich meine Finger zu setzen muss, dann wird das nicht mehr vorkommen. (Der 13-jährige Bottesini zu seinem Lehrer)"
 

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