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Magazin > Spontini, Gaspare (Komponist, 1774-1851) > Gaspare Spontini

Gaspare Spontini

Gaspare Spontini

Biographie

Viele Komponisten hatten das Glück, dass ihre Begabung frühzeitig von ihrer Familie entdeckt und dementsprechend gefördert wurde. Nicht so Gaspare Spontini. Der am 14. November 1774 in Majolati geborene Spontini war von seinem Vater für ein geistliches Leben vorgesehen und mit acht Jahren zu diesem Zweck zu seinem Onkel nach Jesi geschickt worden. Als er dennoch musikalische Neigungen entwickelte, wurde ihm dies untersagt - Spontini floh. Nach der Versöhnung mit der Familie ein Jahr später besserte sich seine Lage und Spontini erfuhr nun aus vielen Stellen des Dorfes musikalische Förderung. Nach seinem Studium am Real Conservatorio della Pietà de'Turchini in Neapel komponierte er bald seine erste Oper Li puntigli delle dome; in den nächsten Jahren hielt er sich mit einzelnen Kompositionsaufträgen oder Gesangsunterricht über Wasser. 1803 dann ging Spontini mit dem Ziel nach Paris, an den Hof zu gelangen - er hatte Erfolg: 1805 ernannte man ihn zum ‚Compositeur particulier de la chambre de S.M. l'Impératrice'. Seine 1807 entstandene Oper La Vestale (Die Vestalin) gilt als größter Erfolg seiner Opernkarriere. Sie zeigt außerdem Spontinis Weg hin zu ernsteren, eher historisch-heroischen Werken, der mit Fernando Cortez ou La Conquête du Mexique (1809) vollendet scheint. Nach einem zweijährigen Engagement am Pariser Théâtre-Italien, das durch die Überschuldung des Theaters abrupt beendet wurde, verließ Spontini Frankreich. Seine gefeierte Ankunft in Berlin 1819 war der Auftakt einer langjährigen Tätigkeit als ‚Erster Capellmeister und General-Musikdirektor' an der Berliner Oper. Der mit zahllosen Ehrentiteln bedachte Spontini war sich seiner Leistungen stets bewusst. An Wagner schrieb er: ‚Nach Gluck war ich es, der mit la Vestale die große Revolution gemacht hat; ... mit Cortez ging ich noch einen Schritt weiter; dann aber machte ich mit Olympie drei Schritte auf einmal.'.

Obwohl er (in jener Zeit sehr seltene) Benefizkonzerte veranstaltete, war er in Deutschland nicht ohne Feinde. Speziell Rellstab veröffentlichte eine Serie wahrer Hetzschriften gegen den Komponisten. Ein Kampf zwischen Spontinigegnern und -anhängern flammte auf, bis schließlich 1842 Spontinis Stellung nicht mehr zu halten war. Der Komponist verbrachte einige Jahre in Paris, doch hatte er bereits den Plan gefasst, sein Lebensende in seiner Heimat zu verbringen. Er starb am 24. Januar 1851 in seinem Geburtsort Majolati.

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Gaspare Spontini

Belebt Erfurt Spontinis ‚Fernand Cortez’ neu?

Eroberung eines Torsos

Das kann man eigentlich kaum verstehen. Immer wieder gibt es verdienstvolle Opernausgrabungen mit sorgfältiger wissenschaftlicher und editorischer Vorbereitung, doch was dann auf der Bühne zu sehen ist, hat dann mit wiederbelebtem Werk soviel zu tun, wie ein Opernquerschnitt mit einer Gesamtaufnahme.

Der amputierte Spontini

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