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Samstag, 1. November 2014

Henri Dutilleux, Foto: eMusici GmbH

Henri Dutilleux im Portrait

Biografie


Henri Dutilleux wurde am 22. Januar 1916 in Angers in Frankreich geboren. Sein Großvater väterlicherseits war Maler und ein Freund Delacroixs. Der Großvater der mütterlichen Linie war ein eng mit Gabriel Fauré befreundeter Organist und Komponist. Im Schüleralter erhielt Dutilleux ersten Klavierunterricht und nahm schließlich sein Studium am Conservatoire d’École Nationale de Musique in Douain auf. Dort wurde er von Victor Gallois, nach dem das Institut heute benannt ist, im Fach Klavier sowie in Harmonielehre und Kontrapunkt unterrichtet. Ab 1933 setzte er die Studien der beiden letztgenannten Fächer am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris bei Jean und Noël Gallon fort. Darüber hinaus studierte er bei Henri Paul Büsser Komposition, Musikgeschichte bei Maurice Emmanuel und Orchesterdirigat bei Philippe Gaubert.
Von 1935 bis 1936 gewann er insgesamt dreimal einen "premier-prix" in den Klassen Jean und Noël Gallons. Im Jahre 1938 gelang ihm nach mehreren Versuchen der Sieg beim "Grand Prix de Rome" mit seiner Kantate "L’Anneau du Roi".
Dutilleux wurde als Sanitäter in den Zweiten Weltkrieg eingezogen, fand aber dennoch genügend Zeit, sich nebenher autodidaktisch mit zeitgenössischer Musik und Themen der Musiktheorie auseinanderzusetzen. Nach seiner Entlassung aus dem Militär bestritt Dutilleux seinen Lebensunterhalt zunächst als Pianist, Arrangeur und Lehrer, bis er 1942 schließlich eine Stelle an der Opéra de Paris als Stellvertreter des Chorleiters fand. Zwischen 1945 und 1963 war er Leiter der Musikproduktionen bei der neu entstandenen staatlichen Rundfunkanstalt Frankreichs (RDF), die 1949 in RTF und 1964 in ORTF umbenannt wurde. 1946 heiratete er die Pianistin Geneviève Joy, mit der er bis heute zusammenlebt. Ihr widmete er sein Opus 1, eine Klaviersonate, die im Jahr 1947 erschien. Obwohl Dutilleux schon zuvor zahlreiche Kompositionen geschaffen hatte, lehnte er es wohl aus künstlerischer Eitelkeit heraus ab, diese mit Opuszahlen zu beziffern. 1951 erntete er mit seiner ersten Sinfonie weltweite Anerkennung. Von 1961 bis 1970 arbeitete Henri Dutilleux als Dozent für Tonsatz an der "Ecole Normale de Musique de Paris".
Um sich wieder stärker seinem kompositorischen Schaffen widmen zu können, entschloss er sich im Jahre 1963, seinen Posten beim RTF zu quittieren. Im Zeitraum 1970/71 war er als Gastprofessor am "Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris" tätig. 1973 wurde der Komponist zum Mitglied der "Académie Royale de Belgique" ernannt. Seit 1981 ist er Ehrenmitglied der "American Academy and Institute of Arts and Letters" in New York.
Dutilleuxs Gesamtwerk umfasst neben sinfonischen und kammermusikalischen Werken auch Klaviermusik, Solokonzerte und Ballettmusik. Viele seiner späteren Werke komponierte er eigens für bestimmte Interpreten. Dazu gehören unter anderem ein Cellokonzert für Mstislaw Rostropowitsch aus dem Jahr 1970 und ein Violinkonzert für Isaac Stern von 1985.
Zu den vielen Preisen und Auszeichnungen, die dem Komponisten bis heute zuteil wurden, zählen unter anderem der "Grand Prix National de la Musique 1967" für sein gesamtes Oeuvre, der "Grand Prix du Disques Montreux 1983", der "Prix International Maurice Ravel 1987", die Ehrenmitgliedschaft der Academia Nazionale Santa Cecilia 1993, die Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Music London 1996 und der "Praemium Imperiale 1994" auch für sein Gesamtwerk.
Weiterhin wurde Dutilleux 1998 bei den Royal Philharmonic Society Music Awards in London für sein Orchesterwerk "The Shadows of Time" ausgezeichnet. Für Selbiges erhielt er außerdem im Jahr 1999 Preise bei den Cannes Classical Awards sowie den "Grand prix de la presse musicale internationale". Die Weltersteinspielung seines Werkes "Sur le même accord" durch Anne-Sophie Mutter wurde 2005 mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er den Ernst von Siemens Musikpreis. 2007 wurde Dutilleux mit dem "Special Award" für sein Lebenswerk bei den MIDEM Classical Awards in Cannes geehrt.



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