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[Peter und der Wolf]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik in der Grundschule

Peter und der Wolf

Ein musikalisches Mitspielmärchen - ab Klasse 3

von Thomas Hell, aus: Musik in der Grundschule 4/2000

(ungefähr 6 Seiten)

In diesem "musikalischen Märchen" wird die Geschichte vom mutigen Peter erzählt, der die Warnungen seines besorgten Großvaters in den Wind schlägt und mit Hilfe eines kleinen Vogels den großen grauen Wolf fängt.

Ursprünglich hatten wir geplant, das Stück als Schattenspiel aufzuführen. Weil es mir wichtig schien, dass sich meine Schüler als Schattenspieler in die verschiedenen Charaktere des Märchens einfühlen können, hatte ich eine Stunde geplant, in der die Kinder die sieben Hauptrollen verkörpern sollten. Um das Spielen für alle interessant zu machen, durfte jeweils die ganze Klasse in die Rolle der gerade erklingenden Figur(en) schlüpfen. Wir hatten also z. B. nicht nur einen, sondern 28 verschiedene Peter, die zu Beginn des Märchens auf die große, grüne Wiese hinaustraten. Meine Befürchtung vor lärmendem Durcheinander stellten sich als unbegründet heraus. Denn um zu hören, welche Rolle gerade an der Reihe war, bemühte sich jeder, genau auf die Erzählung und die Musik zu achten. Meine Drittklässler hatten an dieser ungewöhnlichen und neuen Art des Theaterspielens sehr viel Freude, so dass wir die Stunde am nächsten Tag wiederholen mussten und im Anschluss daran kurzentschlossen unser Vorhaben änderten: Statt des Schattenspiels planten wir als Projektbeitrag nun ein "musikalisches Mitspiel-Märchen", bei dem alle Mitwirkenden in sämtliche Rollen schlüpfen konnten und das die Bereiche "Musik und Bewegung" in idealer Weise verbindet.

Vorbereitungen im Klassenzimmer

Bevor wir die anderen Klassen zum Mitspielen einladen konnten, war natürlich eine gewisse Vorbereitung im Klassenzimmer notwendig. Zunächst bekamen die Schüler den Inhalt des Märchens als Lesetext (s. Text am Ende des Beitrags).

Im Anschluss an die Textbegegnung erarbeiteten wir mit Hilfe der Musik (HB 5-11: Vorstellung der Instrumente) die Zuordnung der verschiedenen Figuren zu den jeweiligen Instrumenten und Motiven. Da diese sehr einprägsam sind, waren die Kinder schnell damit vertraut. Das Besondere an diesem "musikalischen Märchen" ist, dass jede der mitspielenden Figuren durch ein passendes Orchester-Instrument und ein unverwechselbares musikalisches Motiv charakterisiert wird: der kleine Vogel durch die Flöte, die geschmeidige Katze durch die Klarinette, die einfältige Ente durch die Oboe, der brummige, aber gutmütige Großvater durch das Fagott, der gefährliche Wolf durch die drei Waldhörner, die Gewehrschüsse der Jäger durch Pauken und die große Trommel und der mutige Peter durch die Streicher. Diese Instrumente untermalen den vorgetragenen Text. Gleichzeitig erfüllt die Musik auch eine pädagogische Aufgabe: Während der Aufführung erhalten die Kinder eine anschauliche Lektion in Instrumentenkunde, bei der sie spielerisch und ohne jede Anstrengung mit den Klangfarben einiger wichtiger Orchesterinstrumente bekanntgemacht werden. Das Arbeitsblatt auf Seite 17 dient dazu, den Kindern ein Bild der Instrumente zu liefern. Durch die Zuordnung der Instrumente zu den Märchenfiguren entsteht eine Verbindung zwischen Gehörtem und der Abbildung.

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